Nur ein Dach mit hohem Dämmwert und guter Verschattung der Fenster
kann auch an heißen Tagen maximale Behaglichkeit bieten

Sommerliche Temperaturen im Freien genießen viele, doch unerträgliche Hitze in den eigenen vier Wänden wird schnell zur Belastung. Folgerichtig fordert die Energieeinsparverordnung (EnEV) nicht nur eine gute Gebäudedämmung im Winter, sondern in bestimmten Fällen auch verbindliche Nachweise für den sommerlichen Wärmeschutz. Das macht Sinn, denn gegen zu hohe Innenraumtemperaturen würden in vielen Fällen energieintensive Klimageräte zum Einsatz kommen, die einen hohen Energieverbrauch haben.

Dachflächen können sich während der heißen Mittagsstunden auf über 80 °C aufheizen und der Wohnraum unterm Dach mutiert zur Sauna. Wer meint, die „Phasenverschiebung (φ)“ oder das „Temperaturamplitudenverhältnis (TAV)“ verzögere die Aufheizung des Innenraums tatsächlich um Stunden, liegt völlig falsch. Diese theoretischen Kennwerte beruhen lediglich auf mathematischen Gleichungen, die mit der Realität eines Gebäudes nichts zu tun haben. Was wirklich zählt, sind das eigene Temperaturempfinden im Dachraum selbst und der Blick aufs Thermometer. Phasenverschiebung und TAV beschreiben nicht, wie warm es im Dachgeschoss wirklich sein wird.

Relevant für die EnEV sind vor allem zwei Kennwerte: zum einen die „Sonneneintragskennwerte“, die sich auf die Energiemenge beziehen, die durch die Fenster in den Innenraum dringt. Zum anderen spielen die „Übertemperatur-Gradstunden“ eine Rolle, das heißt die Zeit, in der komfortable Innenraumtemperaturen überschritten werden. Gegen den Sonneneintrag durch die Fenster helfen außenliegende Sonnenschutzmaßnahmen etwa mit Jalousien oder Markisen. Gegen den Wärmeeintrag über die Dachflächen haben sich leistungsfähige Polyurethan-Dämmlösungen bewährt.

Leistungsfähige Polyurethan-Aufsparrendämmungen mit der extrem niedrigen Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) 023 dämmen den Wärmefluss von außen nach innen spürbar ein. Die Anforderungen der EnEV werden daher in einem mit Polyurethan gedämmten und ausreichend sonnengeschützten Dachraum problemlos eingehalten, wie auch eine Untersuchung des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) München belegt. Die geforderten Grenzwerte für Innentemperaturen werden nicht überschritten.

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Fragen und Antworten zum sommerlichen Hitzeschutz unterm Dach

Dipl.-Ing. Tobias Schellenberger, Geschäftsführer des Industrieverbandes Polyurethan-Hartschaum (IVPU) gibt Tipps, was man gegen überhitzte Dachräume unternehmen kann.

Was macht Wärmeschutz im Sommer zu einem wichtigen Thema?

Dachflächen über einer ausgebauten Dachwohnung können sich an heißen Sommertagen auf über 80 Grad aufheizen. Die Kühlung über Klimageräte ist wegen des hohen Energiebedarfs teuer. Ein optimaler Hitzeschutz muss daher bei einer Dachsanierung berücksichtigt werden.

Gibt es hierzulande unterschiedliche sommerliche Klimaregionen?

Deutschland wird in drei Sommer-Klimaregionen unterteilt: Als "sommerkühl" gelten beispielsweise die Mittelgebirgsregionen, als "gemäßigt" die Stadt Berlin und als "sommerheiß" das Rheintal. Die EnEV legt in Abhängigkeit von diesen Klimaregionen fest, wie hoch die Innentemperaturen in Wohngebäuden sein dürfen.

Welche Faktoren beeinflussen die Raumtemperatur?

Die direkte Sonneneinstrahlung in den Raum, die Ausrichtung und die Größe der Dachfenster, die Nachtlüftung und der Wärmeschutz eines Daches. Experten sprechen vom "thermischen Verhalten des Raumes", für die Bewohner beeinflussen diese Faktoren einfach das Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden.

Was bietet genügend Schutz vor Hitze?

Eine leistungsfähige Aufsparrendämmung und ein wirksamer außen liegender Sonnenschutz der Dachfenster dämmen den Wärmefluss von außen nach innen spürbar ein. Das belegen auch Untersuchungen des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) München. Wie gut ein Dach vor Hitze schützt, hängt vom Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) ab. Je niedriger er ist, desto weniger Wärme dringt in den Dachraum ein.

Hochleistungsdämmstoffe wie PU-Hartschaum sind besonders wirksam, da sie sich durch eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit und damit hohe Dämmleistung auszeichnen.

Fakten-Check zum sommerlichen Wärmeschutz

  • Die EnEV 2014 fordert in vielen Fällen den verbindlichen Nachweis für sommerlichen Wärmeschutz.
  • Architekten, Planer oder Handwerker tragen die Verantwortung für die fachgerechte Planung der Dachsanierung.
  • Außenliegender Sonnenschutz an Dachfenstern und Gauben halten direkte Sonnenstrahlen ab.
  • Massive Wände, Decken und Fußböden speichern Wärme, die durch Lüften nachts und frühmorgens abgeführt wird.
  • Polyurethan-Hochleistungsdämmstoffe dämmen den Wärmefluss während der heißen Stunden ein und verringern so die Aufheizung der Räume.



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